Im Spiegel der Zeit
Am 25. März 1946 gründeten 48 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Glasindustrie den „Verein der Glasindustrie in Bayern“, dessen Tätigkeit zunächst auf das Bundesland Bayern beschränkt war. 1947 erwarb der Verein die Tariffähigkeit und wurde damit auf tariflichem, arbeits- und sozialrechtlichem Terrain aktiv. Im selben Jahr weitete der Verein seinen Wirkungsbereich auf andere Bundesländer aus und der Zusatz „in Bayern“ wurde gestrichen. Im April 1948 zählte der Verein 112 Mitgliedsunternehmen.
Von 1949 bis 1958 schlossen sich dem Verein der Glasindustrie zahlreiche regionale und überregionale Verbände an, darunter der Verband der Glasindustrie in Hessen, die Interessengemeinschaft Glasindustrie Wertheim oder der in Essen ansässige Fachverband Hohlglasverarbeitung und -veredelung. 1964 wurde die Betreuung der Glashütten auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt: Die Erweiterung des Wirkungsbereiches markiert den Schlusspunkt in der Aufbauphase des Vereins mit den Arbeitsschwerpunkten Tarif- und Sozialpolitik sowie Wirtschaftspolitik.
Aus einer mehrjährigen, umfangreichen Restrukturierung des Verbandswesens ging der Verband 1985 als einziger Arbeitgeberverband der Glasindustrie hervor. Damit verbunden war auch die Übergabe der wirtschaftspolitischen Belange an den Bundesverband Glasindustrie, Düsseldorf. Dieser neuen Aufgabenverteilung wurde dann 1990 durch die Namensänderung in „Arbeitgeberverband der Deutschen Glasindustrie e.V.“ (AGV Glas) Rechnung getragen. Im Zuge der Wiedervereinigung löste sich im gleichen Jahr der Verband der Glasindustrie der DDR auf, dessen Mitgliedsfirmen dem AGV Glas beitraten. Anfang 1991 zählte der AGV Glas rund 150 Mitgliedsunternehmen mit rund 103.000 Beschäftigten.
In jüngster Zeit sind einige Veränderungen hinsichtlich der Mitgliederstruktur kennzeichnend: So können dem Arbeitgeberverband seit 2005 auch der Glasindustrie nahestehende Organisationen wie Betriebskrankenkassen und Verbände als Mitglied beitreten. 2008 wurde die Bildung einer weiteren Hauptgruppe für die Solarindustrie (Hauptgruppe IV) beschlossen. Diesem erweiterten Spektrum wurde Mitte 2010 mit einem neuen Namen Rechnung getragen, der zusätzlich den deutschlandweiten Wirkungskreis unterstreicht: Aus dem Arbeitgeberverband der Deutschen Glasindustrie wurde der „Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar e.V.“, kurz BAGV GLAS+SOLAR. Diese Entwicklung setzt sich kontinuierlich fort. So ist seit 2011 auch eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung, für Unternehmen der Glas- und Solarindustrie, möglich.
Im Jahr 2010 vereint der Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar e.V. 125 Unternehmen.
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